Um die Ostsee - Fire & Ice Tour 2018

Per Enduros durch Finnland, Schweden, Norwegen im Winter 2018

Auf, über & um die Ostsee

Dreimal Sockenschuß per Motorrad im Winter auf Wanderschaft

Motorrad im Winter im Schnee in Finnland
Nimm Dir einen Wiener, nen kleenen Berliner, nen Har­zer; binde sie je auf einer vollgetankten En­du­ro fest; fixiere das Gas auf Digital-1; wuchte nen Gang rein und dann laß mal kucken, was da so bei rauskommt...

Rollen die drei Motorräder daraufhin mitten im Win­ter via Finnland, Schweden, Norwegen einmal um die Ostsee, dann war entweder der Tank verdammt groß, hel­fende Hände haben ein­ge­griffen - oder die Lumpen haben tat­sächlich Spaß an dem unsäglichen Blöd­sinn gefunden.

Impressionen einer schnellen 14-Tage-Motorrad-Tour im Winter einmal rings um die Ostsee. Ein Riesen-Spaß. Höhen und Tiefen. Wun­der­schöne Land­schaf­ten. Ver­ga­ser­ver­eisung. Ketten­riß. Und Fahr-Physik im Grenz­bereich.

Route im Überblick

Motorrad Winter 2018 um die Ostsee

Tagesetappen Ostsee-Umrundung
- Tag 1, 27.01.2018, 470km (Deutschland)
- Tag 2, 28.01.2018, 0km (Fähre)
- Tag 3, 29.01.2018, 270km (Finnland)
- Tag 4, 30.01.2018, 200km (Finnland)
- Tag 5, 31.01.2018, 323km (Finnland)
- Tag 6, 01.02.2018, 218km (Finnland)
- Tag 7, 02.02.2018, 0km (Finnland)
- Tag 8, 03.02.2018, 271km (Schweden)
- Tag 9, 04.02.2018, 233km (Schweden)
- Tag 10, 05.02.2018, 325km (Schweden)
- Tag 11, 06.02.2018, 211km (Schweden)
- Tag 12, 07.02.2018, 230km (Schweden)
- Tag 13, 08.02.2018, 360km (Norwegen)
- Tag 14, 09.02.2018, 0km (Norwegen)
- Tag 15, 10.02.2018, 232km (Norwegen / Fähre)
- Tag 16, 11.02.2018, 370km (Deutschland)

Statistik
Gesamt-KM:ca. 2.875km
+ Spielerei:ca. 2.950km
Schnitt:262km/Tag (ohne Ruhetage)

Fähren
HinfahrtTravemünde-Helsinki
(29h, Sauna, Top Abend-Buffett)
RückfahrtOslo-Kiel
(20h, Rund-um-En­ter­tain­ment)
Probleme / Reparaturen
KTM  VR-Schlauch Wechsel, Öl vorwärmen
TTVergaser-Vereisung, LuFi dicht, Elektrik (Schalter), alle paar km Zwangsstop
DRKettenriß, Radlagerwechsel, neue Kette (Wartungsstau); LuFi teils zu dicht; Sei­ten­stän­der­kabel durch­gescheuert - Motor aus; Öl vor­wärmen, (Sprit im Öl)
alleHeizvisier-Kabel

Stürze
KTM  1x (Drift, Spitzkehre)
TT1x (Donut, Fähre Ölfleck)
DR0x (sehr oft gerade noch gerettet)

Tralala
TemperaturMin -32°C (grob)
Max ca. +5°C
PackenSchnellster: KTM (Magadan + IKEA-Tasche, viel Platz)
Langsamster: DR (überfüllte Rolle 32L + Fahrradtasche 12,5L)
Spaßunbezahlbar

Klarer Sieger Reparaturen am Straßenrand: DR
Klarer Sieger Zwangspausen am Straßenrand: TT
Tour im Überblick
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Start I

Kollesch Murphy geht Angeln

Wenn eines über die Jahre hinweg mit an Si­cher­heit grenzender Wahr­schein­lich­keit - so konstant, daß man fast schon von einer Tra­di­ti­on spre­chen kann - auftrat, dann Murphy vor der Abreise.

Der Kollege, der kurz vor Ab­fahrt alle Be­tei­lig­ten mit un­er­war­te­ten Über­ra­schun­gen über­häuft. Der Kollege, der kurz vor Abfahrt dem halben Umfeld die Krätze beschert. Der Kollege, der kurz vorher nochmal für interessante Zu­satz­be­schäf­ti­gun­gen sorgt. Kollege Murphy ist mitt­ler­wei­le so zur Ge­wohn­heit ge­wor­den, daß er beinahe wie ein alter Freund begrüßt wird.

Bei Tom klemmt's mal wieder mit der Elektrik. Elmar schraubt auch zwischen Tür und Angel. Der Druck vor der Abfahrt steigt merklich.

Das Kind wird krank. Die Frau bekommt auf eine plötz­lich auf­tre­ten­de Bla­sen­ent­zün­dung An­ti­bi­oti­ka ver­schrie­ben, welches nach aus­gie­bi­ger Re­cher­che bei bis zu 30% aller Pa­tien­ten zu psy­chi­schen Beschwerden wie Heul­krämp­fen, Alp­träu­men, Schlaf­lo­sig­keit, De­pres­sio­nen & Co. führen kann (der Arzt ist im Nachhinein baff). Nachts plötz­liche Schreie. Tags­über ein saft- und kraft­loses, in Tränen auf­ge­löstes Bün­del. Insomnia.
Ich versuche, meine beiden Herzken soweit als mög­lich zu un­ter­stützen. Fahre täglich 260km zum aktuellen Job. Muß irgendwo die Vor­be­rei­tung der Mopete da­zwi­schen­quet­schen. Bekomme kurzerhand drei Tage vor Abfahrt Dia­gno­se "mög­li­cher­wei­se Wurm­be­fall" gar­niert mit der Aussage, daß die Zeit zu knapp ist, noch was zu un­ter­neh­men.

Nunja, mein Name ist Wulf. Ich löse Probleme (siehe Pulp Fiction). Ein Schräubchen hier. Ein Lächeln da. Dem möglichen Darmvolk heize ich mit Knoblauch, Ingwer, Kokosöl und Unmengen Sauerkraut ein - was mich nebenbei bemerkt die letzten 2 Tage bis ganz kurz vor Abfahrt noch mit einem aus­ge­spro­chen gut ge­spül­ten Ver­dau­ungs­trakt samt damit ver­bun­de­ner Freu­den be­schenkt.

Ganz kurz vor Bein dick sind alle Probleme vom Tisch gefegt. Und mit den ge­won­ne­nen Er­kennt­nis­sen - das Leben besteht aus Kon­trasten - läßt sich der Urlaub ja auch viel tie­fer ge­nie­ßen... wenn man denn loskommt...

Start II - jetzt aber

Von Donuts, Rolltreppen-Akrobatik & Ressourcenschonung

Kalt ist's am Fähr-Terminal in Travemünde. Ein kühler Wind pfeifft über den blanken Asphalt. Ha­ben wir uns das wirklich gut überlegt?

Ich habe gerade eines der anderen zwei Mo­tor­rä­der bewegt. Nun schiebe ich meine DR und stelle fest, daß sie sich er­staun­lich schwe­rer schie­ben läßt. Als - im Pulk der Kollegen an­ge­kom­men - beim Anhalten noch ein er­bärm­li­ches Quiet­schen ertönt, stellen wir fest, daß es bereits Zeit wird, das erste Malheur dieser Tour zu beseitigen.

Ich habe die Bremsscheibe statt zwischen die zwei Bremsklötze ressourcenschonend zwischen Sattel und einen der beiden letzteren eingefädelt. Es wird nicht das letzte Pro­blem­chen sein, was sich auf man­gel­haf­te Vor­be­rei­tung zu­rück­füh­ren läßt...

Die Geschichte ist geregelt. Wir sitzen ge­müt­lich im Terminal. Je ein schickes Bierchen aus dem Duty-Free-Ge­trän­ke-Only-Shop. Er­freuen uns un­se­rer jetzt gefühlt beginnenden Freiheit. Da knallt und rumst es plötzlich hinter mir. Und was ein herrliches Bild beim Umdrehen...

Ein Paar versucht gerade einen voll­ge­sta­pel­ten Ein­­kaufs­wa­gen mit Berg aus Getränken die Roll­trep­pe hoch­zu­bug­sie­ren. Nu hat das Ding aber eine nicht eben zu ver­nach­läs­si­gen­de Steigung. Und das Luder wehrt sich auch noch! Jibbet das?!?

Es ist ein Drama. Poltern. Straucheln. Der Wagen - und die Getränke - wollen per se wieder runter (irgendwo las ich mal, zum Schälen einer Banane bedürfe es eines IQ von ca. 30). Die Dame "am Lenker" wird von der plötzlichen und kaum vor­her­seh­ba­ren Schwer­kraft dieses, unseres Er­den­runds schier überwältigt. Irgendwas scheint ihr ein­zu­flüstern "Durchhalten! Du schaffst das!" Das Publikum tobt.
Irgendwann springe ich auf, eile ihr zu Hilfe. Und werde schick rundgemacht von einem Terminal-Angestellten, der überzeugt ist, ich hätte die Roll­trep­pen-Show inszeniert. Was aber gleich wieder geschickt mit einem Schalöckchen küh­­len Ur­laubs-Blon­den gekontert wird.

Einem anderen - angenehmen - gar freundlichen ur­laubs-blonden Mäusken aus dem kühlen Norden verdanken wir ein Weil­chen spä­ter einen aus­ge­spro­chen ge­schmei­di­gen Check-In auf die "Finn­maid". Das En­ter­tain­ment heute Abend ist bis­­her erst­­klas­sig. Ein Highlight jagt das nächste.

Und so sind wir denn gerade die Rampe hoch­ge­rollt als sich auf dem Park-Deck der Fähre vor meinen Augen bereits die nächste Show ent­fal­tet:

Die TT - ein gutes Stück vor mir - lenkt plötzlich hart nach links ein, geht extremst in Schräglage, beschreibt einen unheimlich engen, superflachen Kreis auf dem Autodeck - quasi Drehung um die eigene Achse. Ich denke noch "Aaaaaal­deeer! Was machst Duuu?!? (Das is nich zu retten)". Und zack, liechter da im Glanze der Decken­be­leuch­tung.

Ein perfekter Donut. Mit Gepäck. Supertief. Lange Spikes mit Wolfram-Spitze auf stählernem Deck der Fähre. Weltmeisterlich - würd sie nicht liegen. Der schnell her­bei­ge­eil­te Kol­lesch vom Schiff sagt "sorry" und wischt schnell die ursächliche Öllache vom Fuß­bo­den.

Das rettet uns trotzdem nicht vor'm ta­deln­den Blick von Brunhilde "Einweiser" Brechdasbein. Aber die kann uns heuer - bei dem Auftakt - ooch nüscht mehr.

FaaaREUNDE! Lasset die Spiele beginnen! Ab jeht die Post! UUURLAUB!

XX - Völkerverständigung

Schwitzet, Ihr Buben...

Was macht man so auf einer finnischen Fähre - ir­gend­wo mitten auf der Ostsee?

Neben dem Genuß eines außer­or­dent­lich leckeren und reichhaltigen Abend-Buffets (Ge­trän­ke in­klu­si­ve!) könnte man das Entertainment auf der über­­schau­ba­ren Finn­lines-Fähre beim ersten Blick als nicht eben hektisch einstufen.

Jedoch Vorsicht! Der Laie läuft Gefahr, schnell eine von außen eher unscheinbar an­mu­ten­de In­sti­tu­tion zu übersehen, die in dieser spe­zi­el­len Aus­­­prä­­gung schein­bar exklusiv fin­ni­schen Über­was­ser­bus­sen vor­be­hal­ten scheint.

Doch bald schon füllt sich die kleine Schiffs-Sau­na. Sonst eher zurückhaltende Finnen wer­den ge­sprä­chig. Schwär­men vom kleinen Schlück­chen eis­kal­ten Bieres über heiße Steine - natürlich nur in der privaten Sauna (was die drei Spacken auf zwei Rädern natürlich nicht davon abhalten wird, die­ser Em­pfehlung allenthalben auf den Grund zu ge­hen).

Schon Bodo Wartke wußte in seinem "Liebeslied" (am besten im Original) ausgiebig von den eher ruhigen Finnen zu berichten. Auch viele andere Nationalitäten ließ er zu Wort kommen. Und ge­nau­so läuft's bei uns auch. Eng wird's, wenn Fin­nen, Öster­rei­cher, Italiener, Deutsche & Is­ra­elis in den Brettern, die hier die - klitzekleine - Welt bedeuten, auf­ein­an­der­tref­fen. In den bun­testen Far­­ben wird schwadroniert. Jägerlatein vom Fein­sten. Wäre Wodka vorhanden, man wür­de Bru­der­schaft trinken.

Der Bär steppt nicht unbedingt auf der "Finn­maid". Aber die Sauna... Die Sauna ist echt ne Hausnummer!
Denn wo, wenn nicht hier, kann man mit Pro­ban­den aller Herren Län­der, un­ter­schied­lich­ster Spra­che - eng vereint und im Leide ver­ban­delt - dem Wunsche fröh­nen, man hätte das kühle Bier nicht vergessen?

XX - Klaumortchens schwarzer Tag

Zahnlos auf den ersten Metern

- Finnland innerhalb eines Tages schwarz

- erster Tag Spiketod

Helsinki - Schwarzer Asphalt soweit das Auge reicht
Nördl. Helsinki - Schwarzer Asphalt

XXX - Impressionen

Schnappschüsse & Bilder

TODO
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Raucher-Meckie

Der kleine Pausen-Zauberer

Vor uns liegen knapp 3.000km, die wir - aufgrund festgelegten Zeitfensters bis zur nächsten Fähre - relativ zügig durchmessen müssen.

Wir suchen - wenn möglich - ausschließlich kleine Straßen. Die Rallye-Spikes schreien nach Futter. Unsere Begeisterung nach Hurra! Wundervolle, weiße Pisten. Meist keine Menschenseele. Häufig wir ganz allein. 80 darf man. Der Rest obliegt der freien Interpretation.

Der kleine Elf jedoch - vom letztjährigen Späßken durchaus noch als fähiger Brenner gut in Er­in­nerung - scheint dieses Jahr an Verstopfung zu leiden.

Es beginnt mit einer plötzlichen Zwangspause am Ende der Welt - mitten im Wald. Motor sprotzelte angeblich in hohen Drehzahlen. Nahm kein Gas mehr an. Öl schien verbrannt zu werden (kuck mal Auspuff an). Bedenken kommen auf, die Reise könne hier zu Ende sein.

Nach einer - oder meh­re­ren - aus­gie­bi­gen Zi­ga­retten fällt die Ent­scheidung ein­fach wei­ter­zu­fahren & das Ensemble einfach mal zu beo­bach­ten.

Ab jetzt werden wir - nicht ständig, aber immerzu - alle paar Kilometer anhalten müssen, dem TT-Motor ne kurze Pause gewähren, dem Elf ne Schmo­ke­ri­tis.
Die Reise­ge­schwin­dig­keit wird be­schnitten (mal max 80, selten auch weniger). Die Zwangs­pau­sen alle paar Ki­lo­me­ter mal mehr, mal weniger. Ta­ge­lang. Die gesamte Reise.

Fast forward: Letzter Tag. Bald 3.000 ge­mein­sa­me Ki­lo­me­ter lie­gen hinter uns. Unzählige Zwangs­pausen. Die heutige, halbe Tages-Distanz zur Fähre ist gut vorbei.

Der kleine Elf hat aufgeraucht. Bückt sich. Zieht aus der Airbox unten einen Stöpsel und sagt "Oh".

Setzt sich mit Gewinnerlächeln auf seine olle Kir­mes­bu­de mit Kin­der­dis­ko, zieht am Hahn und geht plötzlich - das erste verdammte Mal auf dieser Reise! - ab wie Schmidt's Katze. Läßt's fliegen als ob es kein Morgen gäbe. Fieses Lächeln mit Messer zwischen den Zähnen. Versucht - VERSUCHT (der An­ge­spro­che­ne weiß schon...) - alles in Grund und Boden zu fahren...

Sollte unser Raucher-Meckie mit seinem kleinen Pau­sen­zau­ber etwa wissentlich der Be­frie­di­gung seiner Sucht ausreichend Zeit verschafft haben?!?

Elmar, möglicherweise können wir ihm sogar ganz entspannt sagen, daß wir - vor­aus­eilende Be­stra­fung - Kaffee, Morgenurin Mittelstrahl - na, Du weißt schon...

Meckies Rache

Ein Hoch auf Leatt

Meckie is einer von der hinterhältigen Sorte. Da mußte aufpassen! Der Kerl zieht alle Register! Ein ganz gefährlicher!

Wir sind auf einer interessanten Waldpiste un­ter­wegs. 10-15cm Neuschnee. Fahrspuren. Die ir­gend­wann bei einem Hof auf­hö­ren. Und 1-2km spä­ter ist dann end­gül­tig Schluß. Der Schnee liegt op­tisch einen hal­ben Meter hoch (teils mehr wie sich gleich heraus­stel­len wird). Bis ans Ende des schnur­ge­ra­den Weges in einem knap­pen Ki­lo­me­ter.

Meckie - unerschrocken wie immer, Donut-König selbst auf stählernen Fährdecks - kann's nicht las­sen. Ich ruf noch "Alter, laß den Blödsinn!". Meckie jedoch fährt wie­der an und versenkt die Bude im Tiefschnee.

Um's kurz zu machen: Als ich unserm kleinen Sitz-Hüh­nen helfen will, seine Bude aus dem Schla­mas­sel zu bug­sie­ren, nutzt der kleine Lump eiskalt und ohne mit der Wimper zu zucken seine Chance.
Meckies Rache per Brustkick (Quelle: E. Kiesling)
Meckies Rache per Brustkick

Später wird er sagen, er hätte nur sein Bein über die Sitz­bank schwin­gen wol­len. Merk­wür­di­ger­wei­se - ein Hoch auf den Leatt Brust­pro­tek­tor - findet seine Stie­fel­spit­ze ziel­ge­nau den Weg vor meinen Brustkorb.

Bei dem Kerl mußte vorsichtig sein! Der spielt mit allen Tricks, der kleine Lump...

Auf schmalem Grat

Kapitulation

Es hat aufgegeben. Einfach so kapituliert. Klamm­heim­lich hat es sich vom Acker gemacht. Mit gro­ßen Folgen. Aber fangen wir von vorn an...

Meine Fresse! Was für ein Fahrtag! Die Sonne lacht ihr kreisrundes Lächeln. Die Winterwelt hat wieder einmal die ganz fette Show ausgerollt. Der Himmel blitzeblau. Eissterne glitzern in den Bäu­men. Wir auf unsern Böcken. Es könnte schlech­ter laufen als gerade.

Im eisekalten Winter-Finnland kann Nahrung ent­schei­dend sein. Aus diesem Grund findet man vie­ler­orts günstige Nahrungsquellen. Nette Mit­tags­menüs in Restaurants großer Super- oder Bau­märkte. Tankstellen mit Kaffee und Küche. Oder - the last resort - Tisch, Stühle, ein Kaf­fee­auto­mat und eine Mi­kro­wel­le im Dorf-La­den.

Die Herren Motorradfahrer haben heute edel di­niert. Lasagne a la Mama aus edlem Plastik-Kist­chen. Vegetarischer Auflauf an souce al orange sanft umhüllt im Klarsicht-Mäntelchen. Und - Al­ter! Was'n das?!? Das sind ja vegane Wiener! Ver­dammt!

Joot. Ich hab mein heutiges Verbrechen bereits be­gan­gen. Fühle mich von der un­ge­nieß­baren So­ja-Keule eigent­lich auch schon genug bestraft. Nichts­desto­trotz: Kleine Sünden bestraft de liebe Gott sofott. Dann laß mal jucken, Kumpel.

Es ist kalt geworden. Richtig kalt. Die Dunkelheit bricht herein. Via Smartphone wurde ein Domizil für die Nacht in Oulo klargemacht. Ein 30km Um­weg über kleinste Straße wurde demokratisch ab­ge­wählt. Wir nehmen jetzt direkt die schwarze 86 ab Paavola.

Rechts Schnellwall vom Schneeflug. Ein hal­bes Me­ter­chen weißer Untergrund. Und die schwarze As­phalt­stra­ße - Gift für unsere Spikes.

Im Gänsemarsch auf dem Randstreifen. Vorweg gut beleuchtet die KTM. Mittendrin die TT ohne Rück­spie­gel. Und hin­ter­drein die DR ... deren Motor grad abstirbt.
Reparatur am Straßenrand (Quelle: E. Kiesling)
Reparatur am Straßenrand

Kurz darauf isses dunkel am Straßenrand. Keine Men­­schen­seele weit und breit unterm glasklaren Ster­nen­him­mel. Vorhin vor'm Straßencafe hab ich die Zün­dung ver­ges­sen. Heizgriffe & Visierheizung lie­fen mun­ter wei­ter. Von den 5 Kilometern wird die Batterie noch nicht aufgeladen sein. Hof­fent­lich hält das LED-Rück­licht lang genug. Keine Park­bucht oder Deckung. Und da raucht auch schon der erste LKW knapp vorbei.

Motor stirbt sobald ich den Gang einlege. Kupplungs- oder Seitenständerschalter.

Da Kupplung unter der Stulpe gleich Drama, wähle ich den Weg des einfachsten Widerstandes. Bis ich im Dustern - heut hab ich aus­nahms­wei­se ver­ges­sen vor Beginn der Dun­kel­heit die Stirn­lam­pe um­zu­ma­chen - alles notwendige gefunden habe, wird's kalt. Es vergeht Zeit. Einer von vielen PKWs ist haar­scharf vor­bei­ge­raucht. Als ich gerade ver­mute, des Scha­dens Übeltäter entdeckt zu haben, nähern sich zwei Einzylinder von Norden.

Das Kabel des Seiten­stän­der­schal­ters hat sich klamm­heim­lich ins Nir­va­na ver­ab­schie­det. Durch­ge­scheu­ert. Nuja - wer braucht schon den Schal­ter? Schnell über­brückt. Erfolg. Ein­ge­packt. Eine Er­fah­rung reicher. Weiter geht's. Mit langen Spikes auf Asphalt durch dichten Verkehr quer durch Oulo. Aber bis dahin sind's noch ein paar Kilometerchen...
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Über's Meer

Da gab's einen, der konnt's auch nicht besser

Vor Oulu (Finnland) bietet es sich an, die Mopeten mal auf's Glatteis zu führen.

Vor der Küste liegt die vor­ge­la­ger­te Insel Hai­lu­oto. Nor­ma­ler­wei­se gibt es eine Eis­straße dorthin. Aller­dings ist das Eis diesen Winter nicht stabil genug für große Fahr­zeuge.
Wir begnügen uns mit Klein-Klein und geben uns mal ein, zwei Ki­lo­me­ter­chen ober­halb der Ostsee sanf­ter Wellen - gut geschützt durch hoffent­lich aus­rei­chend eisige Materie.
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Völkerverständigung II

Erst schick, dann muffich

Jaaawoll! Noch ne Kelle druff! Schön brennen mus­ses! Freunde der hoch­tem­pe­rier­ten Luft­feuch­tig­keit pusten gern die Kollegen spontan und un­er­war­tet an. Ein kleines Späßchen so zu sagen. Noch e Schlückle Bier owwe druff - jetzt riecht's wie Grillinger (auch wenn's hintenraus bald e weng muffig dampfen wird).

Wir befinden uns wieder - so wie jeden Abend am Ende eines langen mehr oder minder eiskalten Fahrtages durch wunderschöne weiße Winterwelt - in schonmal erwähnter Institution. Jener kleine Brut­kasten, welcher in nordischen Lan­den gern als Sauna ti­tu­liert wird. Bei den Freun­den der Ma­trosch­ka als Banja. Im arab. Raum als Ham­mam. Bei den fran­zö­si­schen Nachbarn als bain de va­peur. Oder kurz und prägnant in deut­scher Spra­che als "Damppfff­badd".

Sauna. Banja. Hammam. Bain de vapeur. Dampfbad.

Dem Klang der Worte nach kann ich beim besten Willen nicht nachvollziehen, wie die dt. Sprache das Prädikat "Sprache der Dichter und Denker" erhalten konnte. Viel Poesie steckt irgendwie nicht in der Melodie ... aber das ist ein anderes Thema.

Wir sitzen also im Dampf. Kurzzeitig brennt es so, daß man kaum Atmen kann. Hernach ein Schluck noch eiskalten Bieres. Später vor der Hütte im wirklich allerletzten, fast nur noch zu ahnenden
Brennende Holzscheite im Kamin
Brennende Holzscheite im Kamin

Licht des Tages. Der Frost klirrt. Die Füße frieren im Schnee fest. Der Blick schweift über die Bucht - die Ost­see eine Eisschicht. Die Haare gefrieren. Die Haut dampft noch.

Später am Kamin. Noch einen Schluck guten Sin­gle­malts. Es war ein grandioser Tag. Groß­ar­ti­ges Fah­ren über kleine Straßen. Wun­der­schö­ne, son­ni­ge Win­ter­land­schaft. Knackick kalt. Tol­les Far­ben­spiel des Abend­lichts.

Viel mehr kann man aus einem Tag nicht he­raus­holen.

Katz & Maus

Kick Du Luder bis du schwarz wirst

Mir läuft die Suppe! Der Verkäufer im Im­biß­stand amü­siert sich. Die Über­hit­zungs­alarm-Glocken schell­ten schon beim Ver­las­sen des Su­per­markts im A-4-Win­ter­an­zug. Jetzt - nach gefühlt 100x Kicken - läuft der Saft.

Das Werkzeug liegt in der warmen Hütte. Beim Ver­such, die Sei­ten­deckel­schrau­be mit dem Lea­ther­man zu lösen, um den Lufi raus­zu­be­kom­men, rutsche ich ab und reiße mir mit der Zange mei­nen kom­plet­ten "Dau­men­ab­druck" vom Fin­ger.

Als kurze Zeit später - beim letzten Versuch vor Auf­ge­ben & 11km Heim­schie­ben (das Handy liegt in der Hütte) - die Karre plötz­lich an­springt, sieht der Boden rund um die Mopete aus wie nach einer schwar­zen Messe. Den sup­pen­den Fin­ger in den Hand­schuh geht gar nicht. Also ohne. Der Zei­ge­fin­ger hält das um den Dau­men ge­wickel­te Ta­schen­tuch. Festgehalten, gekuppelt und ge­blinkt wird ir­gend­wie mit den anderen Dreien.

Kurze Zeit später. Ich eiere mit meinen lan­gen Ral­lye-Spi­kes über den Asphalt. Vorn ein Po­li­zei­wa­gen. Da­hin­ter zwei PKWs. Beide biegen kurz vor meiner Ausfahrt links ab.

Vielleicht ist es Zufall, daß der Po­li­zei­wa­gen ein paar Se­kun­den später - direkt hinter mei­ner Aus­fahrt nach rechts - am Stra­ßen­rand hält und die Kollegens sich an­schicken, aus­zu­stei­gen - just, als ich direkt hinter ihnen rechts abbiege.

Fakt ist: Sie müssen schnell wieder ein­ge­stie­gen sein & ge­dreht haben. Denn als ich nach we­ni­gen Me­tern wie­der links abbiegen muß, taucht der Po­li­zei­wa­gen am Ende der Straße im Rückspiegel auf.
Nun habe ich ja eigentlich nichts zu ver­ber­gen. Die lan­gen Rallye-Spikes? Ah­nungs­lo­ser Aus­län­der. Die LED-Flutlichter ohne e-Kennung? Kann ich notfalls via Schal­ter de­ak­ti­vie­ren und dann wie­der ahnungs­los. Meine kri­mi­nel­le Vi­sa­ge? Kan­nich nix für - is mir so mit­ge­ge­ben wor­den. Also alles kee Drama.

Aber Quatschen. Nee! Auf keinen Fall! Ich bin to­tal durch­ge­schwitzt. Die Pfote friert ab. Bin noch ge­nervt von der Kickerei. Will einfach nur heme und joot.

Nachdem der Wagen mit einigem Abstand nach dem näch­sten Ab­bie­gen wieder im Spie­gel auf­taucht, is Schluß mit lustich. Wir sind doch hier nicht bei Wünsch-dir-was! Seh ich aus als hätt' ich nen Bauchladen um­ge­schnallt und wür­de Frucht­lut­scher verschenken?!?

Wozu hat's hier lange Spikes und fast 400 Kubik? Gas auf, Arschlecken und ab geht die Luzi!

Einige weitere 90°-Abzweigungen, kom­plett wei­ßer Un­ter­grund und enge, auf­ein­an­der­fol­gen­de Wech­sel­kur­ven durch den Wald spielen mir in die Hände.

Und da jetzt nichts zu verschenken ist und wir bei­den hübschen mit Schmackes durch's Ge­mü­se pflü­gen, will der aktuell massiv zu fett lau­fen­de Motor auch nicht mitten im Kur­ven­schei­tel beim Auf­zie­hen zwischen 2 und 4.000 Um­dre­hun­gen ab­ster­ben.

Schön dabei: Das durchsuppte Taschentuch ist jetzt festgefroren. Es geht also auch ohne Pflaster...

Singletrail

Warum Spiegel nützlich sind

Rund um Tornio wird es eng mit weiß. Tornio ist nicht nur Übergang von einem Land ins andere. Tornio ist auch ein Nadelöhr, wenn es darum geht, mög­lichst aus­schließ­lich auf kleinen weißen Stra­ßen mit Spaß und Spike zackig vor­wärts zu kom­men. Im Süden urbane As­phalt­wüste. Im Nor­den Flüsse und Seen als na­tür­liche Hin­der­nisse.

Mein Motor läuft weiterhin zu fett. Ich schließe mitt­ler­wei­le grundsätzlich beim Ankommen den Ben­zin­hahn. Beim Starten dann 5x leer Kicken und dann 1x richtig "gib ihm". Klappt.

Und üblicherweise vergeß ich den Ben­zin­hahn wie­­der zu öffnen, was stantepede in­te­res­san­te Si­tu­atio­nen auf­tre­ten läßt.

So auch jetzt: Die Motoren laufen. Wir fahren aber nicht sofort los. Ich signalisiere Abfahrt. Alles rollt an. Nur ich nicht. Meine kleine Schiebe-Else ist beim Anfahren abgesoffen. Diagnose: Ben­zin­hahn.

Nun muß man wissen, daß Kunta Kinte, der kleine Elf mit Wagemut, seine Butze wissentlich ohne Spiegel fährt. Und das nicht erst seit gestern. Da kann nix ka­putt­gehn. Aber - wenn's eng wird und man sich nach vorn kon­zen­trie­ren muß (was mit Spikes recht oft passiert) - bekommt man auch nicht eben schnell mal mit, ob hinten noch alles ok ist.

Wenn meinereiner Hanswurscht nu grad mal das Schluß­licht macht, ist da hinten. Und wenn hinten dann fehlt... nuja.

Gut 300m weiter stößt die Straße auf eine T-Kreu­zung. Keiner da nich. Und das Handy be­kommt kein Netz. Guter Rat ist teuer.
Um's mal mit Jürgen von der Lippe zu sagen: "Rollt er nach links ist alles in Ordnung, rollt er nach rechts ist auch nicht schlimm. Nur, wenn er ganz still liegen bleibt, dann ist der Wurm drin."

Recht hat er der Jürgen. Und so wird nach gut einer halben Stunde Warten im kalten Mor­gen-Son­nen­schein allein wei­ter­ge­fah­ren. So groß ist Skan­di­na­vien ja nun auch nicht.

Motorrad im Winterwald nordwestlich der Ostsee
Motorrad im Winterwald

Und es wird ein grandioser Fahr­tag. Wun­der­schö­ne, weiße Win­ter­welt. Glit­zern­de Kristal­le auf Büschen und Bäumen. Blitz­blauer Him­mel. Ein Stop zwischen ein­hei­mi­schen Schwe­den. Rustikal. Kommunikation mit Händen und Füßen. Kopfschütteln bei Erwähnung der Motorrad-Reise. Und weiter mit Schmackes.

In Morjärv findet man sich wieder. In Boden wird vor schwedischem Gebäck kapituliert. Und zum Dessert: Ein Abendlicht zum Niederknien. So schön - es fehlen die Worte...
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Wartungsstau

Bremsen wie die Weltmeister

Blitzblauer Himmel. Ein wunderschöner, eisekalter Win­ter­mor­gen. Der Fahrtwind knackt vor Kälte. Auf der 365 von Lycksele nach Asele. Die Sonne lugt verstohlen ab und an hinterm vor­bei­zie­hen­den Nadel­wald. Eine perfekte Eispiste. Keine Men­schen­seele.

Plötzlich von hinten, unten ein Knall. Das Heck wird instabil. Arsch nach hinten. Vorderbremse voll durchgerissen. Lange Rallye-Spikes bohren sich ins Eis. Verzögerung wie sie auf Asphalt nicht möglich wär. 90 auf 0 in nullkommanichts. Links schießen mit Schmackes die Mitfahrer vorbei. Kom­men gut hundert Meter weiter zum Stehen.

Rückblende: Frau krank. Ich krank. Täglich 260 km Arbeitsweg. Reisevorbereitung irgendwo da­zwi­schen.

Knapp oberhalb Helsinki: "Deine Bude tanzt hin­ten wie Sau". "Haste die Radlager mal kon­trol­liert?" - "Sie haben sich gedreht. Mußte schnell gehen..." Beim Kontrollieren hat das Rad axial leicht Spiel.

Jetzt - 4-stellig Kilometer später - hol ich mir die wohlverdiente Rechnung ab. Murphy hat es aber gut mit mir gemeint. Einziges Problem: Mein mitgebrachtes Ersatz-Kettenschloß ist ein 525er - nicht wie erwartet ein 520er. Aber Kollege Tom hat das passende Pendant zur Hand.

Die Stunde der Chemo-Heizpads hat geschlagen. Sie bekommen jetzt ihren großen Auftritt. In den Handschuhen bewahren sie die Finger vor'm finalen Abfallen. Das Gespür hat sich nichts­desto­trotz kurzerhand vom Acker gemacht und ist winkend, Last-Minute-like irgendwo gen Süden (Gomera, Ibiza & Co) verschwunden.
Als die Kette wieder geflickt ist, wird Be­stands­auf­nahme gemacht. Die Ritzelabdeckung hat ihren Dienst getan und den Motorblock vor Scha­den bewahrt. Kosten: Eine abgerissene Buchse. Das Hinterrad hat axial mittlerweile sehr gut Spiel - und erhöht das fahrerische Abenteuer. Der Ket­ten­rad­träger jedoch setzt das i-Tüp­fel­chen. Ein Läm­mer­schwanz ist ein Scheißdreck dagegen.

Wir sind uns einig, daß Ersatzteile - 1x 6205er + 2x 6204er Standard-Lager vermutlich am ein­fachsten in Östersund zu bekommen sein wer­den.

Und so wird es noch ein - vorsichtiger - aber son­ni­ger Fahrtag. Nördlich Dorothea mit einer wider Erwarten perfekt vereisten E45. Südlich - schwarz - 75km Asphalt. In die Dunkelheit fahren wir meist auf 30-50cm weißem Seitenstreifen bevor wir einen weißen Alternativweg finden.

Morgen wird sich meine Kette um 3 Exzenter-Po­si­ti­onen ge­längt haben. Sie wird 2x über­ge­sprun­gen sein trotz vor­sich­tig­sten Gas­gebens. Die großen Mopped-Werk­stätten von Yamaha & Mo­tor­huiset werden keine Zeit für mein Problem finden.

Aber Alf & Lars von CJ's Motorteknik werden mir ge­dul­dig zu­hören, mir super­freund­lich einen Platz in der mit Arbeit prall ge­füll­ten Werk­statt zu­wei­sen, uns allen Kaffee anbieten, mit Rat und Tat zur Seite stehn und extra losfahren, um mir eine neue Kette zu besorgen.

Vielen Dank Euch beiden (Tack båda)!

CJ's Motorteknik AB
Odenskogsvägen 32
83148 Östersund
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XX - Packliste (Luxusliste für lange Tour)

Handtuch, Schlüpper, Zahnpasta...

Am Mann
- Boxershort 1
- Funktions-Strümpfe Paar 1
- Merinoshirt 1
- Fleecepullover
- Softshelljacke
- Schlauchschal
- art-for-function A-4 Anzug
- Klim Stiefel
- Held Sommer Handschuhe

In Jacke
- Canon G15 + Polfilter (3 Akkus genutzt)
- Stirnlampe (ab Einbruch Dunkelheit um Hals)
- Mütze
- Feuerzeug
- Messer

Navigation
- Garmin 60 CSX an Bordstrom
   (+ 1 Satz Energizer Lithium Ultra AA - hält
   ganzen Urlaub)
- Landkarten

In 12,5L Ortlieb Frontroller (Schnellzugriff + Stehend-Transport):

Kleidung/Textilien
- Ultraleicht-Daunenjacke (mit Kapuze!)
- Faltrucksack "Osprey Ultralight Stuff Pack 18"

Sonstiges
- Actioncam
- Benzinkocher + 0,3L Flasche (fast tägl.)
- Streichhölzer + Benzinfeuerzeug
- 6x Chemoheizpads (unterwegs nachgekauft!)
- 6x Papier-Taschentücher
- 2x 0,7L Ikea-Flasche Rum

In 32L Enduristan Tornado 2M Rolle:

Medikamente
- Nasenspray
- 3x Aspirin Komplex

Kleidung/Textilien
- Boxershort 2
- Strümpfe Paar 2
- Merinoshirt 2
- Jeans + Gürtel (Luxus)
- Merino-Pullover (Luxus)
- leichte Mokassins (Luxus)
- Funktionshandtuch klein
- Drei-Finger-Handschuh (Notfall)
- lange Unterhose (für richtig kalt)
- Seiden-Inlet (tägl. genutzt)

Hygiene
- 20g Seife in Oropax-Dose
- Minizahnpasta
- Zahnbürste
- Deo
- Rasierer

Futteritis
- 3x 60g Instant-Noodles
- 6x Müsli-Riegel
- 2x 100g Schokolade
- wenige Pfeffi-Teebeutel
- Kaffeepulver/Instant (tägl.)

Werkzeug / Reparatur
- Knipex Zangenschlüssel 180
- 3x Inbus-Schlüssel
- Leatherman Multitool
- 2x Montierhebel
- Flickzeug
- 1x Ventil
- 1x 520er Kettenschloß
- 1x Kettentrenner
- Kabelbinder
- Mini-Kettenspray
- Luftpumpe SKS Revo Alu
- 2x Spanngurt lang, 4x Spanngurt kurz
- etwas Panzertape
- 18" Schlauch

NICHT GENUTZT/NOTWENDIG
- 550g Daunen-Schlafsack (Notfall)
- 2x SOL Bivy Rettungssack (Notfall)
- 3x 50g Honig

Technik 2018

Reifen, Licht & Co

Bekleidung
- Anzug art-for-function A-4 Polar & A-4 Nordkap (beide top) - wenn sehr kalt, Daunenjacke MIT Kapuze zum Unterziehen sehr sinnvoll
- Stiefel Klim Arctic GTX - Top. Füße geraten teils in Schwitzen + kühlen dann aus. Mit Chemo-Heizpads korrigierbar.
- Helm DR: Sol SM-1 mit Heizvisier - problemlos wie seit Jahren (Kabel bricht am Ende), TT, KTM: Sol SS-1 mit Heizvisier (Probleme mit Zugluft im Inneren, Kabelbruch)
- Lenkerstulpen Tucano Urbano R333 - Top
- Handschuh DR: dünne Som­mer­hand­schuh + Heizgriffe (problemlos), TT + KTM: selbst mit dicken Handschuhen auskühlende Hände
- Merke: Stulpen Pflicht, Heizgriffe definitiv sinn­voll (fast Pflicht)

Beleuchtung
LED-Rücklicht. Die DR fährt diesmal wieder mit 4xLED - 1x Moto3 OFF + 1x Su­per­mi­ni MID. Beide geschaltet auf Fernlicht (die 60W H4 deaktivierbar - gegen die LEDs eh kaum sichtbar). Derweil die kleine Su­per­mi­ni mit 10W direkt vor'm Fahr­zeug aus­leuch­tet, strahlt die Moto3 die Ferne aus. 100km/h bei Dunkelheit sind problemlos machbar. In der ganz weiten Distanz könnte vielleicht noch ein Spot - ist aber nicht notwendig. Kombination: TOP!

Bereifung
Alle drei Motorräder Michelin AC-10 vorbespiket (Satz günstig - etwas über 300 EUR). Die Reifen halten auf allen Motorrädern die volle Tour durch. Asphalt mögen die viel zu kur­zen ge­här­te­ten Spit­zen der Spi­kes gar nicht. Es blei­ben nur noch flache, sil­ber­ne Teller.
- TT (leichteste Maschine/Fahrer, geringste Leistung): kaum - wenig Verschleiß
- DR (leichte Maschine, schwer­ster Fah­rer, kräftig): HR Drama - jede Men­ge Sil­ber­tel­ler; VR - 3 Sil­ber­tel­ler (konnt's kaum glauben - mein alter VR mit 1.500er BestGrip hält seit mind. 5 Jah­ren)
- KTM (schwerste Maschine, leich­ter Fah­rer, zu viel Leistung): HR - eini­ge Spi­kes wan­dern ins Gum­mi, eini­ge Sil­ber­tel­ler

Resümee: Nächstes Mal ich HR wieder Mitas XT - für Sport 1.800er, für Tour 1.500er ringsrum Mitte, außen 1.800; VR 1.500 innen, 1.800 außen (wenn Stollenhöhe zuläßt)
Motor-Leistung/Fahrzeug
- TT ständig Probleme; lief zu fett, LuFi dicht (nicht ölen!), vermutl. Vergaser vereist
- DR dreht selbst bei 80km/h auf Eis noch durch sobald man am Gas zieht; Lufi teils zu dicht (nicht ölen); Öl vorheizen regelmäßig notwendig (sonst Kicker zu langsam)
- KTM Leistung über alle Zweifel erhaben; Einspritzer problemlos; fast jeden Morgen Öl vorheizen

Navigation
2x Garmin 60 CSX, 1x Monterra mit OSM-Karten (wie üblich top); zusätzlich Reise-Know-How-Karten + ADAC Skandinavien Überblick

Stromversorgung
DR: Heizvisier + GPS via 12V-Normdose im Cockpit, Oxford-Heizgriffe via Bordstrom, LED-Leuchten via Bordstrom (H4-Fernlicht on/off; LED Fernlicht/Zündplus/off)
TT: ein einziges Drama. Zauberei mit 2 Reglern, ständig Schalter kaputt

Gepäck
DR: 32L Enduristan Tornado 2M Rolle, 1 Ortlieb Frontroller (für schnellen Zugriff/stehendes Gepäck; zwar leicht, aber in Summe zuviel Gepäck, Taschen zu voll, Packen mühseelig - immer Letzter)
TT: Ortlieb Moto Packtaschen (zufrieden)
KTM: AdventureSpec Magadan Taschen + große blaue IKEA-Tasche (notwend. Gepäck in IKEA; immer als erster fertig)

Unterkünfte
Unterwegs via Booking.com per Smartphone gebucht. Vorheriger Anruf teils eklatant günstiger - vgl. Riesenhütte direkt 85 EUR vs. Booking 175 EUR

Planung
- trello.com (gemeinsame Planung)
- talky.io (Video-Telephonie im Browser)
- motoplaner.de (Routingplanung)
- journiapp.com (Online-Tagebuch für
   Smartphonler)

XXX - Fire & Ice Tour 2018 - Fazit

Was hängen bleibt

SMS-Kommunikation

Motorrad im Schnee im Jostedal / Norwegen
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