Snösköter-Enduro-Tour 2019

Per Enduro & Motorschlitten durch Schweden/Norwegen im Winter 2019

XX - 4 Elche gehen Spielen im Schnee

Urlaub auf die andere Art

TODO
Motorrad im Winter im Schnee in Finnland
Oh Gott - jemand hat'se wieder rausgelassen. Vier Elche aus Wien, Berlin, dem Harz und der Stadt, die's nicht gibt. Wieder sitzen die Kerle auf motorgetriebenen Zwei­rädern. Fieses Grinsen im Gesicht. Zucken in der rechten Hand. Wer erlaubt sowas?!?

Es wird Kühler geben. Gefühlt und tropfend. Wun­der­volle Winterlandschaften. Fliegende Schnee- & Eisbrocken am Hinterrad. Kickeritis bis Schwit­ze­ri­tis. Tampons in Trink­gefäßen. Rosa Ein­hörn­chen an Lenkerchen. Prima Ideen am lau­fen­den Bande.

Ein 600ccm 2-Takt Snow-Scooter wird be­herzt Männ­chen machen. Sockenschuß die Ma­xi­mal­ge­schwin­digkeit bei 115km/h ausloten. Durch Sturm getriebene Schnee & Eis-Kristalle vor wundervoll blauem Himmel.

Ein Wintermärchen. 4x angestochen auf Enduro durch Norwegen & Schweden im Winter 2019. 14 Tage Spaß am Stück.

Route im Überblick

Enduro Winter 2019 durch Schweden & Norwegen

Tagesetappen Ostsee-Umrundung
- Tag 1, 01.02.2019, ? (Deutschland)
- Tag 2, 02.02.2019, ? (Fähre)
- Tag 3, 03.02.2019, 222km (Norwegen)
- Tag 4, 04.02.2019, 273km (Norwegen)
- Tag 5, 05.02.2019, 236km (Norwegen)
- Tag 6, 06.02.2019, 165km (Schweden)
- Tag 7, 07.02.2019, 183km (Schweden)
- Tag 8, 08.02.2019, 214km (Schweden)
- Tag 9, 09.02.2019, 279km (Schweden)
- Tag 10, 10.02.2019, 319km (Schweden)
- Tag 11, 11.02.2019, 33+80km (Schweden)
- Tag 12, 12.02.2019, 271km (Norwegen)
- Tag 13, 13.02.2019, 183km (Norwegen)
- Tag 14, 14.02.2019, 287km (Norwegen)
- Tag 15, 15.02.2019, 7km (Norwegen / Fähre)
- Tag 16, 16.02.2019, 380??km (Deutschland)

Statistik
Gesamt-KM:ca. 2.665km (nur Enduro)
Schnitt:222km/Tag (inkl. Ruhetag)
Snow-Scooter:ca. 80km/4h (Pausen + Gib-ihm)
Sprit/Scooter:ca. 20L (Lunatic-Mode)
vMax:115km/h

Fähren
HinfahrtKiel-Oslo (20h)
RückfahrtOslo-Kiel (20h)
Probleme / Reparaturen
KTM  2x Kühler-Schlauch undicht
BMW  Kühler dauerhaft undicht, 3x Start­pro­bleme, Verkleidung geschmolzen
TT nüxe / Lima kaputt
DR Vergaser schlecht eingestellt, Reifen tot, Verkleidung ge­schmol­zen

Stürze
KTM regelmäßig & angesagt (Stuntmen-Ausbildung)
TT Tiefschnee
DR kleiner Highsider + Spike frißt Tasche

Tralala
TemperaturMin -25°C (grob)
Max ca. +5°C
PackenSchnellster: TT (eine Riesenrolle mit 2 Spanngurten; 2. KTM (Magadan am Motorrad belassen, Rucksack)
Langsamster: DR (2x 21brothers Sakwy 30L Überwurftaschen - 4 Gurte pro Seite)
Spaßunbezahlbar

Klarer Sieger Reparaturen am Straßenrand: BMW
Klarer Sieger Zwangspausen am Straßenrand: BMW
Klarer Sieger Wartezeiten durch Kicken: DR

Auftakt

Wie üblich mit Hindernissen

Hossa! Ein Novum! Vor Abfahrt kein Drama wie mitt­ler­weile in den Vorjahren regelrecht zur Ge­wohn­heit ge­wor­den ([1], [2]). Kein Murphy. Kein Achsbruch. Einfach nur Aufsatteln & los. Kaum zu fassen wie simpel der Hase hüppeln kann.

Joot - ganz ohne Zauberei geht's auch diesmal nicht. Aber im Ver­gleich zu den Vorjahren lediglich Nich­tig­kei­ten.

Eine kaputte (unter Vollgas nicht stoppende) Zapfpistole sendet einen Schwall Diesel über die Leder-Mokassins, die sich demnächst federleicht und platzsparend in's Weich­ge­päck schmiegen sollen. Das Aroma lecker hei­mi­schen, von der Obrig­keit freund­lich auf­er­leg­ten Ayurveda-Bio-Treibstoffs soll mir die ganze Reise jeden Abend wie­der in Er­in­nerung ­gerufen werden.
Ja, die wär kaputt. "Muß ick mal nen Zettel dranhängen" meint der lustige Vogel inner Tanke als ich mit tropfender Hose vor ihm steh.

Die vergessenen Papiere sind nur Makulatur. Rudi soll Recht behalten mit seiner Aussage, daß selbige noch nie ir­gend­wo an­ge­fragt wurden.

Und so muß der Kellner des ital. Restau­rants südlich Hamburgs zur Ehr­er­rettung antreten und noch liebevoll ein Glas Rotwein über Rudis Hose drapieren, um die Sache rund­zu­machen. So kommt wenigstens etwas Action ins Rennen und wir star­ten nicht über Gau­men­freu­den und Phi­lo­so­phie­stun­den voll­kom­men träge ins Abenteuer. Morgen noch die zwei anderen Kollegen eingesammelt und los geht's...

4 Elche auf Kurs

Bau Dir Deine eig'ne Welt...

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Beteiligte / Startaufstellung

Multiple Persönlichkeiten

Righdiooo - es soll also wieder mal losgehen. Vier an­ge­sto­chene Huckeduster wollen auf ihren Mopeten des Winters weißer Materie mal kräftig ein­heizen.

Am Start diesmal: Nils Reizström, der kleine Elf auf TT350, Größter und Schönster der gesamten Mann­schaft (kann kaum über'n Sitz kucken). Elektrisch keine Leuchte, aber sonst ganz groß da.

Daneben Linneborg Snöskötere aka der kleine Stuntman auf KTM690. Per­fekt vor­be­rei­tet. Ähn­lich einer Tanzmaus ständig versucht, einen möglichst engen Kreis zu drehen bis Sturz physikalisch nicht mehr zu verhindern. Taucht der passende Untergrund auf, reißt Linneborg den Len­ker schief und ab geht's mit Ansage gen weiße Pracht. Das Ganze findet nur eine Pause, wenn man den Kerl auf nen potenten Snowscooter setzt - da sind Kreise schwierig, aber dem dann auftauchenden fiesen Lächeln sollte man sich nicht in den Weg stellen.

Heuer auch dabei Rudi Glykol-Inkonsistenzia aka der gemeine Schieber aka Adictus Fratzebuchus aka Der weiße Blitz auf G450X. Ein ganz gefährliches Exemplar! Ganz heikle Inge! Glück­licherweise aber so vernünftig, daß er immer schnell seine Bude kaputtmacht, bevor die Pferde voll­stän­dig mit ihm durchgehen. Vermutlich der einzige mit nem Funken Vernunft inner Mann­schaft. Fahrer der rollenden Kräutersauna. Wort­gewandt, elo­quent und dem kleinen, fiesen Lächeln nie abgeneigt.

Oh - einen hätten wir fast vergessen. Kicki Ka­min­sky aka Tampon-Paule aka Klein-Lillebro. Steht abseits und kickt sich am weltbesten Motorrad der ganzen Welt die Seele
Helsinki - Schwarzer Asphalt soweit das Auge reicht
Linneborg Snöskötere auf KTM690, Der weiße Blitz auf G450X, Kicki Kaminsky auf DR350+, Nils Reizström auf TT350

aus dem Leib. Aber wehe, wenn die Bude kommt! Dann wird aufgeholt! Koste es, was es wolle! Der Sieg wohnt ganz vorne! Alle Mittel sind recht. Man munkelt, Kollesch Reiz­ström müsse regelmäßig heimlich an Kickis Bude schrau­ben, um die Chancengleichheit zu wahren.

Alsdenn. Lasset die Spiele beginnen...

Rückblickend betrachtet geht Nils Reizström noch als der Normalste durch. Wobei - wenn das der Maßstab ist, denn mal guts Nächtle...

XXX - Impressionen

Schnappschüsse & Bilder

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XX - Nils zieht um

Ein Sack voller Geschenke

Soeben haben wir auf der Fähre gen Oslo die kleine Vie­rer­kabine mit Meerblick bezogen, die Ankunfts-Hül­sen sind entkorkt, die Recken feiern Vollzug (ab hier gibt's kein Zurück).

Kurz zuvor verdunkelte ein mächtiger Schatten die offene Ka­bi­nen­tür. Herein wälzte sich eine Riesen-Gepäckrolle mit einem kleinen Nils im Schlepp.

Und was für eine Freude sollte unserer harren als Kleen-Nils begann, uns den kleinen Extreme-Auspackinger vorzutanzen: Ein halber Kleiderschrank. Mutterns Kü­chen-Ausrüstung. Ein Bu­che­li-Werk­statt-Hand­buch für sei­ne TT350. Mehrere Paar Schuhe zur Auswahl. Zelt. Ra­sen­mä­her. Eine kom­plette Werk­statt. Einen Ab­schlepp­wa­gen. "Zum Packen war keine Zeit. [...] einfach alles reingekippt. [...] kann doch im Transporter bleiben".

Klein-Nils, der alte Fuchs...
Helsinki - Schwarzer Asphalt soweit das Auge reicht
TODO

Kicki Kaminsky

...oder das weltbeste Motorrad der Welt

Vorweg: Der Schwimmer stand viel zu hoch. Die Bude lief dramatisch zu fett. Aber zurück in die kalte Win­ter­land­schaft:

Das weltbeste Motorrad der Welt zu fahren setzt hohe moralische Ansprüche an die Charakterfestigkeit des je­wei­ligen Fahrers.

Nutzt man die überwältigende Dominanz des Fahr­zeugs zu sehr aus, gibt es schnell lange Gesichter. Es nicht zu tun bedarf großer Beherrschung des in­ne­ren Schweine­hun­des. Vor allem bei solchen Kollegas.

Was liegt da näher als ein wenig Übung in Demut? Bei­spiels­weise durch Einbau künstlicher Un­zu­läng­lich­keiten wie schlechtes Startverhalten oder zurückgebogene Fuß­raste vor'm Kicker. Kom­bi­niert mit Murphy kann dies zu netten Effekten führen.

Und Demut - Demut - habe ich gelernt. Kicken bis Um­fallen. Immer dann, wenn man's am wenigsten brau­chen konnte (sonst beim 1. oder 2. Mal). Am Ende einer Nahe-Vollgas-Fahrt durch den Wald in eine Sack­gasse. Nach Überholen mehrerer schleichender, bunt­ge­schmückter Sami-Pferde-Schlitten, die hernach winkend an einem vor­bei­ziehen - genauso, wie die feixenden Kumpels. (Kilometer später hatte ich sie - die Schleich-Schlitten - wieder eingeholt nachdem ich mich dumm und dusslich gekickt hatte.)

Verstauchter, blauer Fuß
Verstauchter, blauer Fuß a la Kicki & Fußrasti

Oh ja, Demut. Beinahe hätte ich sie angezündet so vol­ler De­mut war ich teilweise. Getrampelt habe ich (manch­­mal) bis Ver­stauchung mit Blaufuß. Vergaser aus­bauen bei -20°C? Knochenharte Gummis? Lieber'n Bier­chen...

Ick hab's mir verdient. Kicki Kaminsky mein Name. Sehr er­freut. Ich fahre das weltbeste Motorrad der Welt. Das Leben ist schön.

Kräuter-Sauna a la BMW

...oder der aromatische Endtopf

Dunkel isses in Nesbyen als wir kurz vor'm Ziel des heu­ti­gen Tages nochmal eine Verschnaufpause einlegen. Und verschnaufen muß sich auch die Sei­ten­ver­klei­dung der G450X - köstlich verlaufen über dem Endtopf wie eine Scheibe Käse über'm Toast de Hawai - heute mal mit recht rustikaler Kunststoff-Note.

Der weiße Blitz - Gourmet, Paffte inner Schnute und schlag­fer­tig, gutaussehend (trotz Dunkelheit) und kreativ wie immer - wird sofort aktiv.

Tranchier-Messer, Winkel-Palette & Spicknadeln wer­den aus­ge­brei­tet. Sofort macht sich der geistige Meister­koch ans Werk. Zaubert voller Inbrunst. Löst. Formt. Und kreiert mit Hin­ge­bung ein klei­nes Meister­werk hinter seinem breiten Kreuze.

Die Mitfahrer harren des großartigen Mahles. Exo­ti­sche Düfte er­fül­len die kalte Abend­luft. Vorfreude. Erwartung. Wird es ein 4-Gang-Menü? Fünf? Sechs? Gar sieben Gänge? Des Maitres Aussehen läßt hoffen. Die Span­nung steigt ins Unermeßliche.

Und dann die Ernüchterung! Die Fähigkeiten von Maitre Weißblitz sollen hiermit in keinster Weise geschmälert werden. Ein Zauberer isser. Aber mit Essen is nüscht. Absolut nüschte.

Anstelle dessen hat der kleine Magier mal eben aus dem Handgelenk die rollende BMW-Be­duf­tung er­fun­den. De­zent er­wärm­te Weidenstöckchen sorgen für ein
Aromatische Zweige als Auspuff-Abstandshalter - BMW-Kräutersauna
Aromatische Zweige als Abstandshalter - BMW-Kräutersauna

er­fri­schen­des Kräuter-Sauna-Düftchen während der Fahrt. Re­gel­mäßig er­neuert und ge­ruchs­tech­nisch va­ri­iert wer­den sie uns die gesamte Tour versüßen.

Auch das Verlieren der Mitfahrer wird damit fast un­mög­lich, kann man doch pro­blem­los der be­tö­ren­den Duft­spur folgen.

Chapeau, alter Künstler! Mal wieder ein Meisterstück aus des Weißen Blitzes wildem Schatzkästlein...

XX - Kühler

Gefühlt oder tropfend?

Gerade haben wir eine längere Pause hinter uns ge­bracht. Von Röros (gilt als einer der kältesten Orte Nor­we­gens) kommend, ward in Funäsdalen ein gar ge­müt­lich Tank­päus­ken eingelegt. Beim Au­to­ma­ten-Käff­chen be­rich­teten 3 illustere Südschweden von ihrer geplanten Snow­mo­bil-Tour einmal über's Gebirge und zurück. Em­pfeh­len uns wärmstens eine Runde, die später für uns in einer interessanten Sackgasse enden und den nörd­li­chen Wen­de­punkt unserer Tour beschreiben soll.

Jetzt stehen wir im späten Nachmittagslicht auf der Hoch­ebene zwischen Mittadalen & Ljungdalen. Ein Glimm­stän­­­gel­­chen wurde soeben gezündet, da fällt der ah­nungs­lose Blick unter die BMW - und entdeckt eine Spur niedlicher blauer Tröpfken im jungfräulichen Weiß.

Genauere Inspektion mit des Trappers linkem Auge ergibt eine konsequente blaue Fährte in Richtung ver­gan­ge­ner Wege. Sollte der Rudi etwa heimlich Ballast ab­wer­fen, um sich unlautere techn. Vorteile zu verschaffen?

Im nächsten Ort - Ljungdalen - hat nicht nur leichter Schnee­­fall ein­gesetzt. Die Leuchtezwerge drehen auch lang­sam das Licht ab. Und die örtliche Tankstelle befindet sich gerade im finalen Ausverkauf aufgrund Pen­si­onie­rung der Betreiber.

Entfernte Verkleidung, Nachsuche & Co ergeben feucht überall - aber kein konkret erkennbares Leck. Der Fahrer eines LKWs tritt hinzu, wühlt eine Weile in der Kabine seines Volvos und taucht mit einem Fläschken Kühlertreu unbestimmbaren Alters auf.

Kurzerhand werden wir - Schneemann-ähnlich um einige Schnee­flöck­chen reicher - in Storsjö ein gar hei­me­lich Un­ter­künft­chen beziehen und im örtlichen Fischcamp bei Elch­fri­ka­dellen, Starköl & Co mit Ein­hei­mi­schen und fremd­län­dischen Schlitten­hun­de­rei­sen­den gar lustig Ge­schicht­chen austauschen.

Rudi, unser Heimlich-Unterwegs-Tuner - er lebe hoch!, wird uns ab jetzt mit Doppelbetankungen regelmäßig die Tage versüßen: Herr Ober! Einmal Benzeng bitte. Und einmal Kühler voll...
Helsinki - Schwarzer Asphalt soweit das Auge reicht
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XX - 454 auf Abwegen

Mitas XT 454 grün vs. Dunlop Geomax Soft

Rückblick: Massig Zeit bis zur Abfahrt. Wochen. Meinen präferierten Reifen Mitas 454 gibt's nur in grün - superweich. Daran ändert sich auch kurz vor Knapp nichts und so wird es - mit bitterem Beigeschmack - zwangsweise eben jener.

Im Vergleich mit dem Vorjahresreifen ist das Profil viel offener. In der Mitte wurde ein gut einen Zentimeter breiter, umlaufender Streifen eingezogen. Hinzu kommt, daß der Reifen wirklich ziemlich weich ist.

Zurück in die Gegenwart. Die ersten tausend Kilometer sind noch nicht erledigt, da kommen bereits Zweifel auf, wann es wohl das Hinterrad final himmeln wird. Erste Mittelblöcke hängen schon auf halb neune - sind vorn abgerissen.

Die Runde ist sich einig: Lange wird es nicht mehr dauern. Spätestens morgen werden die ersten Mittel-Stollen einen alternativen Weg einschlagen.

Bei einem Tank-Päusken schraube ich vorsichtshalber schonmal kreisrund einiges an mittleren Schraubspikes aus. Wenn die Stollen bereits flattrig aussehen, muß man ja nicht auch noch die guten Spikes unnötig verjubeln.

Am morgigen Tag werde ich - wieder mal in Östersund - einen Dunlop Geomax Soft erwerben können - natürlich erst, als ich wirklich ALLE Läden bis auf den letzten abgeklappert habe.

Helsinki - Schwarzer Asphalt soweit das Auge reicht
TODO

Mein guter Mitas 454, wir haben wirklich viel miteinander erlebt. Du - Ihr, rot, weiß, bunt - seid mit mir durch dick & dünn gegangen. Nach jeder Tour brauchte es einen neuen von Euch Brüdern. Eine - verdammte! - Stolle hat immer gefehlt - auch, wenn der Rest noch vollkommen unbenutzt aussah.

Euer grüner Bruder hat es jetzt final gerissen. Ab jetzt nur noch rein-rassige MX-Reifen mit 1.500er Spike zum Schutz der Abrißkante. Gehabt Euch wohl Ihr lieben Mitanten...

Kindermund

Grüße aus der Heimat

Piep. Eine SMS aus der Heimat. Muttern gibt des 5-jährigen Sohnemannes erste Worte des Tages wieder - Augen noch zu und total schlaftrunken:

"Wenn Papa wieder da ist, das wird ein Spaß kann ich Dir sagen."
"Warum?"

"Dann kann ich mit dem Kuscheln und Spielen und Arbeiten."

XXX - Waldorf & Statler

einfach mal in Schnee stopfen...

Video Gemischeinstellschraube

Helsinki - Schwarzer Asphalt soweit das Auge reicht
TODO

Tampon-Paule

...oder das hagebutten-rote Ufo geht auf Reisen

Man sitzt am Abendtisch. Hebt die Tasse. Und - oha! Plötzlich wird klar, warum ein, zwei der Kollegen so ganz un­schul­dig das Tapetenmuster einer ausführlichen In­spi­zie­rung unterzogen.

Im Becher wackelt rot und prall ein wun­der­schö­ner Tam­pon-Ball. Klar wird jetzt auch, warum vorher so voll ab der Norm die Frage im Raum stand, ob auch jemand nen (roten) Tee will - die alle Probanden spontan mit ja be­ant­wor­te­ten. Hä?!? Tee? Wasserhaushalt. Ja, los, mach halt auch einen mit wenn schon alle einen Trinken...

Der kleine Beutel wird die nächsten Tage eine Menge er­le­ben. Eine Menge harten Tobaks ein­zu­stecken ha­ben. Mal am Geweih des Schmunzel-Elches baumelnd. Mal an einem Blinker. Um einen Spiegel gepfriemelt. Er wan­dert von Mopete zu Mopete - bis er schluß­end­lich den Weg alles Lebendigen geht und gen ewige Jagd­grün­de schreitet...
Gefrorener Tampon am Grinse-Elch vor Motorrad-Lampenmaske
Gefrorener Tampon am Grinse-Elch

Parkplatz-Runden

Klein-Nils wurde im Einkaufswagen vergessen...

Nils mal wieder! Der Strolch! Über Erziehungsmethoden läßt sich streiten. Was früher Rohrstock oder Gürtel ward später das bekannte "ab in die Ecke".

In Zeiten allgegenwärtiger Helikopter-Eltern und Straf­an­drohung schon bei schiefem Ankucken ... tja, was macht man da wenn die Kinder nicht spuren?

Abgesehen von echauffierten Fremd-Eltern wird ja allein das In-die-Ecke-stellen bereits eine nicht zu un­ter­schät­zende Herausforderung in weitläufiger Winter-Wunder-Welt. Von nomadenhafter Fortbewegung bei einer Mo­tor­rad­tour ganz abgesehen. "Ab ins Gebüsch! Wir holen Dich in 5 Tagen wieder ab!" stellt keine so richtig gute Alternative dar.

Aber wo ein Wille, da auch ein Weg. Doch seht selbst. Ab in die Ecke mal ganz anders...
Nils Reizström im Einkaufswagen
Nils Reizström im Einkaufswagen

Park-Profis

Eure Faulheit ist mein Himmelreich

Mitten im Wald liegt das einsame, kleine Hüttchen mit opulenter Sauna, die die zweite Haushälfte vollständig den schönen Seiten des Lebens vor­be­hält.

Nils, Linneborg und der gemeine Schieber nehmen die weiße Materie im Sturm. Mit Schmackes rangefahren. Mopete vorwärts bis vor die Haustür unters Dach. Und husch-husch raus aus den feuchten Klamotten.

Kicki denkt an morgen früh - wozu sich mit der Bude im tiefen Schnee quälen; wozu drehen, wo kein Platz ist? Gas auf, Hinterrad rumgerissen, 30 Meter vor der Hütte die Bude Trapper-gleich in Fluchtrichtung positioniert; vergessen, den Fuß abzustellen und zack umgekippt im Dunkel.

Soweit zur aktuellen Ausgangsposition für den näch­sten Morgen. Drei Mopeten stehen auf eng­stem Raum ent­ge­gen Abfahrt im weichen Schnee. Eine steht 30m weiter perfekt in Fluchtrichtung.

Direkt hinter den drei Mopeten beginnt ein 2 Fuß breiter Trampelpfad 30-40m abfallend um's Ge­bäude herum zur Sauna. Die Hütte ist der Oberhammer! Nochmal gleiche Hausfläche auf 2 Etagen nur für Sauna und Wirlpool - mitten im Nichts. Der Vermieter - honni soir, qui mal y pense - hat sich einen kleinen, unauffälligen Palast hier in den Wald an den See gesetzt.

Fast forward zum nächsten Morgen - die Nacht war lustig. Kicki zieht sich grad zur Abfahrt an und ist froh, sich nicht erst noch mit der bereits perfekt in Fluchtrichtung geparkten Bude rum­är­gern zu müssen. Kette fetten und Pre-Kick ist den Mor­gen auch schon erfolgt. Es kann losgehen.

Beim Öffnen der Eingangstür schwadronieren draußen schon die anderen gefiederten Freunde. "Alter, wird der Augen machen! Die Bude bekommt der da nicht mehr raus. Da kanner nur mit Wuppich hintenrum um die Sauna versuchen rauszukommen". Gelächter.

Motorräder im Schnee vor Blockhütte Nähe Strömsund
Motorräder vor Blockhütte Nähe Strömsund

Nein! Die Sausäcke haben doch wohl nicht meine Bude in den 2 Fuß breiten, abfallenden Tram­pel­pfad mit rings­rum nem halben Meter Schnee am Hang rein­ge­rollt! Die Säcke! Auch Kicki bricht in Gelächter aus ob der fiesen Schweinerei, die sich vor'm inneren Auge abzeichnet.

Draußen drei lachende Gesichter. Noch'n dummer Spruch. Blick nach rechts. Erleichterung. Da steht Schiebe-Else II. artig und harrt der Abfahrt. Einer meint noch, daß sie vielleicht doch nicht hätten so faul sein sollen und die Bude prima hätten ver­sen­ken können...

Ick muß zugeben: Mir ist ganz kurz das Herz inne Hose gerutscht, Ihr kleinen Lumpen! Aber Eurer Faulheit sei Dank. Das wär ein böses Geplacke geworden, Ihr Ha­lun­ken...

XX - Härtetest

Spike-Opfer

Der neue Geomax Soft auf dem Hinterrad ist ein Traum! Vortrieb & Traktion als wäre der Böse persönlichst hinter einem her. Und wider Erwarten bleiben sogar die Stollen makellos stehen, keine Risse, keine Kratzer - das Teil ist der Bringer vor dem Herrn.

Nur eines kann er nicht so schön wie der seelige Mitas 454: Sich zurücklehnen und mal fünfe gerade seien lassen, sich entspannen, die Dinge einfach laufen lassen. Trak­tions­verlust und Drift sind nicht sein Ding. Da muß schon der Un­ter­grund stimmen oder man muß sich an­stren­gen und es hart provozieren.

Dann allerdings passiert's mit einem Schlag. Vor­wärts wie rückwärts. Plötzlich reißt die bannige Traktion ab, die Schlitteritis beginnt und an­ders­herum genauso. Aus wun­der­vol­ler Kur­ven­schun­kelei wird plötzlich Grip und das Ding beißt als ob's kein Morgen gäbe.

Zu dem Thema haben meine linke Seitentasche - ein tolles Stückchen wasserdichtes Textil von 21brothers.eu welches auf den Namen Sakwy 30L hört - als auch meine linke, leicht unterkühlte Brustwarze auch ein Ge­schicht­chen zu erzählen:

Anders als Linneborg Snöskötere, der sich bei jeder sich bietenden Gelegenheit in wilde Pi­rou­etten schwingt, als auch Nils Reizström, der sich wahrscheinlich schon per­fekt kreiselnd aus der Mutter Leib gewunden hat, liegt mir die su­per­enge Kurvenfahrt um die eigene Achse eher wenig. Nils bspw. stellt eiskalt den Fuß ab und läßt ihn dort, derweil er das gesamte Motorrad drumherumkreiselt.

Wir befinden uns auf der Winterstraße Z599 süd­östlich Östersund über den See Storsjön - zwei ewig breite, von einander getrennte Eispisten, auf denen vermutlich auch ein Jumbojet problemlos landen könnte.

Ungläubige Blicke. 4km x 100m perfekte glatte Eisfläche. Aber Kreise drehen gibt's hier offiziell nicht. Die Schilder lesen sich grob wie "immer geradeaus, gaaanz vor­sich­tig, maximal 30km/h".
Reparatur am Straßenrand (Quelle: E. Kiesling)
Reparatur am Straßenrand

Kurze Zeit später - es ist Abend, kein Ver­kehr, die Fläche gehört uns - kreiseln 3 wilde Der­wische über's Eis. Nils spielend um die eigene Achse. Der weiße Blitz mit wach­sender Begeisterung. Lin­ne­borg mit breiten Reifen in spek­ta­ku­lä­rer Schräg­lage, wachsender Begeisterung und pro­vo­zier­tem Bo­den­kontakt.

Dem Herdentrieb folgend, taumel ich auch a wengle mit - allerdings bei Weitem nicht so gekonnt und elegant wie die Kollegas. Und dann passiert's: Gefühlt ist die Kiste zu weit unten, Gas minimal zurück - und plötzlich greift der Reifen als hätte ihn jemand festgeklebt. Schmoooch geht's ab. Highsider par excellence.

Nun liegt die Bude auf der Seite. Der Motor läuft noch. Im 2. Gang dreht sich das Hinterrad. Die äußerste Spike­reihe fräst mit ge­här­te­ter Wol­fram­spitze kleine Kerben in das bisher treue, un­ten­lie­gende Gepäckstück - und ich brauche ein paar Sekunden zu lange bis es mir dämmert.

Das Resultat ist gut durchlüftet, das Gegenteil von was­ser­fest und nicht jugendfrei...



TODO: Bilder Spike frißt Tasche
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Könn' Ketten doch mehr?

Mit dem Schneemobil um den Helags

Blitzblauer Himmel. Ein stürmischer Wind wirbelt den Schnee auf. Nimmt trotz strahlendstem Sonnenschein teils nebelgleich die Sicht. Weiße Bergspitzen vor leuchtendem Blau. Magische Licht-Effekte auf der weiten Ebene. Und wir - voller Adrenalin - mittendrin. In einer ab­so­lut traumhaften Winter-Wunder-Welt.

Schon auf der Fähre faßten wir den Plan, entweder eine Schnee­mobil- oder eine Hundeschlitten-Tour als kleines High­light in die diesjährige Reise einzubauen. Und als­denn: Da wären wir. Dreimal 500 Kubik 4-Takt. Einmal 600 Kubik 2-Takt. 2 Kufen. Eine Antriebskette. Und Feuer frei!

Vier Stunden ab Ljungdalen. Schwedische Kronen. Bar auf die Hand. Nachtanken - versteht sich. Wie sich her­aus­stel­len soll, ein bei diesen Wit­ter­ungs­be­din­gungen best­mög­lich investierter Einsatz. Ein regelrechter Glücks­griff.

Der - hoch, runter, rechts, links, ausgleichen - noch halb­wegs be­schau­lich durch­fahrene Wald macht Platz für die Hoch­ebene des Helagsfjells. Unser Tempo zieht an. Per Dau­men­gas gibt's Feuer im Kessel. Der Helags (1.797m), höchster schwedischer Gipfel südl. des Po­lar­krei­ses, stellt unser Ziel dar.

Der stramme Wind - von Norden kommend - peitscht uns von rechts den Schnee unter den Helm. Die rechte Vi­sier­seite ist trotz aktivem Heizvisier weitgehend blind.

Die Landschaft ist schlichtweg atemberaubend! Der Un­ter­grund optisch durch den Sturm in stän­di­ger Be­we­gung. Schnee­vor­hän­ge werden vom Wind em­por­ge­ho­ben. Kontrastieren glänzend gegen den per­fek­ten blauen Himmel (perfectbluesky ;). Ein Na­tur­schau­spiel al­ler­er­ster Güte!
Und damit's nicht langweilig wird, werden auch hier wieder einige kleine Ränke geschmiedet, Highlightchen & Mißgeschickchen eingebaut.

Beim Überholen der Kumpane zwecks Foto von vorn versteckt sich ein Steinchen vor'm linken Küfchen - hei staunt da die Luzi bei 90 Sachen mit nur einer Kufe. 115 zeigt der Tacho beim Speedtest auf dem See. Beim vermeintlichen Überholen eines Hundeschlittens bergauf macht der Motorschlitten Männchen - seitlich wohl­ge­merkt. Und irgendwann fehlt dann auch noch ein Pro­band. Aber im Detail:

Auf dem Rückweg vom Dunsjöfjäll (NW Ljungdalen) lasse ich mich zurückfallen. Entspannt die Landschaft ge­nie­ßen statt volle Kon­zen­tra­tion im geistigen Rallye-Or­nat. Entsprechend sehr weit liege ich zurück. Und als ich schlußendlich auf meine zwei - zwei?! - ge­fie­der­ten Vö­ge­lein auf­schlie­ße, kommt gleich die Frage, ob ich Elmar gesehen hätte? Öh... nee. Also HINTER mir kann er eigentlich nicht gewesen sein.

Bei der folgenden Suche - die 4 Stunden sind gleich um - stoßen wir zeitnah auf unseren Ober-Stuntman aus dem schönen Österreiche. Die Rechtskurve auf dem Damm hat ihm nicht gefallen also isser geradeaus. Und ab da dann immer weiter. Und nu versuchen 4 Kerle irgendwie bis zur Brust im Schnee versinkend die Bude zu retten. Tomski Leichtfuß - unser kleiner dunkler Elf - wird sie später - einem Cow­boy beim Rodeo nicht unähnlich - auf einer Kufe tanzend wieder auf's Trockene bügeln...

Ein Tag Snöskötere-Rodeo bei 10,5/10-Wetter! Eines jener Dinge, von denen man noch als Opa mit strah­len­den Augen schwadronieren wird!
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XX - Überraschung!

Einmal Hirsch-Haxe an Sauce a l'orange

Mein neuer Hinterreifen beißt ohne Ende! Es ist ein wahr gewordener Traum. Ein echter MX-Reifen kann halt doch noch a wengle besser. Der Geomax zeitigt Vortrieb ohne Ende. Griffig bis zum Abwinken. Lediglich die Drift-Qua­li­tä­ten erfordern zeitgleich einen noch mas­si­ve­ren Ein­satz als bisher. Traktion bis ins letzte Eck - und dann plötz­licher Abriß. Man muß sich dran gewöhnen.

Wir schießen im beginnenden Dämmerlicht über eine Wald­piste. Hoch, runter, rechts, links. Als hätte jemand eine Berg-und-Tal-Go-Kart-Bahn für durch­ge­wupp­te Win­ter-Mopeten-Fahrer extra mitten in die Landschaft ge­klöp­pelt. Mit Schmackes geht es vorwärts. Es ist ein wahrer Freu­den­tau­mel wie die Enduros hart an der Gren­ze im Drift um die Kurven gehen. Das Messer zwischen den Zähnen wurde vorher frisch gewetzt.

Als erster komme ich aus einer Senke am Anschlag einen Hügel hochgeschossen, die Mopete feuert über die Kuppe - und da steht er. Alces alces. Der gemeine Elch. Seines Zeichens größte Hirsch-Art der Welt. Mitten auf der Fahrbahn. Andere Leute suchen jah­re­lang nach die­sen Kol­le­gen. Fahren und Wandern Land auf, Land ab um sie zu finden. Mir laufen sie immer direkt vor die Füße.

Poppes nach hinten! Beide Bremsen voll durch­ge­ris­sen. Schie­be-Else die II. unter Vollgas abgewürgt. Hoi! Wer hätt‘s ge­dacht, daß man einer schon sport­lich vor­han­de­nen Kanne Adrenalin noch ein wei­te­res Ei­mer­chen hin­ter­her gießen kann?
Motorrad im Winterwald nordwestlich der Ostsee
Schneewehen im Abendlicht auf der Rv27 gen Ringebu

Der vierbeinige Genosse verzieht sich ganz gemütlich mit seinen beiden Kumpanen gen Unterholz. Nach einer herr­lichen, bis dato erfolglosen Kick-Orgie muß ich mir von Klein-Nils sagen lassen, ich solle doch mal anständig hintreten und nicht so mädchenhaft den Kicker streicheln.

Sprach‘s, sprang hoch, nahm Schwung wie ein ganz Großer - und bekam Elses Kicker nicht herunter. Danach durfte ich ohne weitere Einwürfe in Frieden allein weiter schwitzen beim Versuch, die Diva wieder ins Rennen zu bringen.

Wer 2x nimmt den gleichen Weg

Rondane-Winter-Wunderwelt mit Hinternissen

Gute Kinder kommen in den Himmel. Böse überall hin. So auch hier - aber von vorn:

Der heutige Tag hat schon einiges an Freude beschert - aber auch Ungemach. Rudis Kühler schob mal wieder Inkontinenzia & das Mäusken ließ sich freundlich bitten - Schieberitis war angesagt. Meinereiner hatte sich mehr­fach mit mas­si­ver Kickeritis herumzuschlagen, um Fräu­lein Schie­be­else die II. nach vorn zu bringen. Und Elmars Grazie hat heute auch schon flüssig Kühler gehustet.

Andererseits gab es heute auch schon ein königliches Frühstück im Palast, den unsere nächtliche Unterkunft darstellte.

Wir haben die Mopeten vollster Freude am Anschlag ein winziges Sträßchen in die Berge hochfliegen lassen, um durch den Wald Lillehammer zu erreichen und einen Rie­sen-Umweg über Ringebu (150+km große Straße statt 70km klein & weiß) zu ver­mei­den. (Aller­dings mußten wir uns irgendwann - wider Hoffnung - zu er­war­ten­den zig Ki­lo­me­tern un­ge­scho­be­ner Strecke geschlagen geben.)

Jetzt stehen wir im Licht des späten Nachmittags an der Kreuzung Rv 219 / Rv 27 und das Schild sagt, die 27 gen Ringebu wäre geschlossen aufgrund Sturms. Öhm... wir sind bereits bei 80km Umweg. Fahren wir die 219 weiter hoch, werden es nochmal Tendenz 200km mehr. Nüx! Wir probieren's einfach. Und böse Kinder kommen halt überall hin...

Das Licht schickt sich an, schlafen zu gehen. Wir warten vor einer Schranke zusammen mit mehreren Ge­län­de­wa­gen darauf, daß die Schranke geöffnet wird. Die BMW bekommt das letzte Tröpfchen für den Kühler & wird ins­ge­heim angefleht, sie möge anspringen, wenn der Schneeflug ankommt.

Und da ist er! Großer Traktor mit Turbo-Schnee­schild. Die Schranke wird geöffnet. Dankbarerweise KEIN Spaß­ver­der­ber-Ko­lon­ne­kjö­ring. Feuer frei! Los geht's!

Auf der freien Fläche wartet eine Wunderwelt im Abend­licht. Weiße Weite. Hohe Berge. Gelb-orange-roter Abend­­him­mel. Und - heidewitzka! - anständig FUBAK (furchtbar böse den Arsch voll kriegen) durch den stür­mi­schen Sei­ten­wind, der Schneevorhänge hochwirbelt. Über die Straße treibt. Die Sicht nimmt. Ab und an ordentlich Schräglage einfordert.
Motorrad im Winterwald nordwestlich der Ostsee
Schneewehen im Abendlicht auf der Rv27 gen Ringebu

Aus dem Nichts taucht vor dem Vorderrad eine Schneewehe auf! Festhalten! Gewicht nach hinten! Gas auf! Und durch...

Uijui! Das war eine Überraschung! Und es geht gerade erst los. Eine Schneewehe nach der anderen. Natürlich erst im letz­ten Moment zu sehen. Am rechten Rand teils gefährlich hoch. Ergo ab nach links. Daß der Schneeflug vor 10 Mi­nu­ten hier durch kam - kaum zu glauben.

Es wird eine jener Grenz­er­fahrungen - wie sie Win­ter­tou­ren in Skan­di­na­vien per Motorrad ab und an in der Hin­ter­hand hal­ten. Absolut umwerfende Optik. Zeit­gleich Kampf mit den Elementen.

Tom's Motorrad - ganz knapp bei 50-60 Sachen vor mir - liegt plötzlich unglaublich schräg gegen den Sturm nach rechts ge­lehnt. Teils kaum zu sehen durch den peitschenden Schnee wel­cher im Gegenlicht der untergegangenen Sonne glüht. Es wäre DAS Foto vor dem Herrn!

Aber mit Sturm und Schneewehen kämpfend kann ich jetzt auf Deiwel komm raus auf keinsten Fall den Fotoapparat aus der Jackentasche puhlen! Ich könnt' heulen - darüber und aus Euphorie & Freude.

Wir johlen als wir uns nach dem Fjell sammeln! Und nie­mand kann sich optisch daran erinnern, daß wir die selbe Strecke vor einer Woche andersherum schon einmal unter die Räder genommen haben.
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Andres & Jura

Ein Tisch, 3 Jungs & Alkohol

Die Schneewehen-Strecke liegt hinter uns. Noch von un­ter­wegs wird Vorausschau getrieben, ob es Nähe Rin­ge­bu irgend etwas Dach-artiges zwecks Unterschlupf zu bieten hat.

Laut Internetportal ist alles ausgebucht. Nix mehr frei. Da wir allerdings gehörtzuhaben glauben, daß nordische Nächte vergleichsweise unsommerlich in Erscheinung treten sollen, wird kurzerhand angerufen. Und siehe da: Kee Problem. Fast alles frei. Kommt rum...

Und so ziehen wir denn knetenbreit - es war ein toller, aber auch langer, harter Tag - in eine ehemalige Baracke ein, die bereits von einigen litauischen Handwerkern als Dauer-Unterkunft genutzt wird.
Long story short: Auch, wenn wir anfangs wirklich kne­ten­breit auf dem Fußboden liegen, so soll es doch nicht allzu lang dauern, bis Völkerverständigung auf der Ta­ges­ord­nung steht. Andres und Jura bemühen sich redlich, mir über eine Flasche Whisky litauisch & Borschtsch kochen beizubringen. Auch alle Smartphone-Fotos der Familie haben wir durch als die Jungens ihrerseits die zweite Flasche zum Spielchen beisteuern wollen.

Doch Knusperknusperknäusken - Nachtigall, ick hör Dir lustich tiriliern. Für heute gibt's Klappe zu, Affe tot. Dem Körper sagt "Licht aus" und "lech Dir hin!".

Jungens, ich wünsch Euch alles Gute. Sabanotschi (wenn das mal nicht gute Nacht heißt...)!

Packliste (Luxusliste für lange Tour)

Handtuch, Schlüpper, Zahnpasta...

Am Mann
- Boxershort 1 (Merino, Dilling)
- Klim-Funktions-Strümpfe Paar 1
- Langarmshirt 1 (Merino, Dilling)
- Fleecepullover
- Leatt Airfit Protektor Jacke
- Schlauchschal
- art-for-function A-4 Polar Anzug
- Klim Arctic GTX Stiefel
- Held Sommer Handschuhe
- SOL SM-1 Klapphelm mit Heizvisier
wenn sehr kalt:
+ dünne Daunenjacke
+ lange Unterhose

In Jacke
Tasche links
- Canon G15 + Polfilter (2/4 Akkus genutzt)
Tasche rechts
- Stirnlampe (ab Einbruch Dunkelheit um Hals)
- dünne Fingerling-Handschuhe
Innentasche
- gefaltete Reise-Know-How-Karte
- Papiere
- Handy
- Feuerzeug
- Messer

Navigation
- Garmin 60 CSX an Bordstrom
   (+ 1 Satz Energizer Lithium Ultra AA - hält
   ganzen Urlaub)
- Landkarten

In 2x 30L 21brothers Sakwy Seitentaschen

Sonstiges
- Faltrucksack "Osprey Ultralight Stuff Pack 18"
- Benzinkocher + 0,3L Flasche (2x genutzt)
- Rettungsdecke (Notfall + Windschutz Öl)
- Streichhölzer + Benzinfeuerzeug
- 20x Chemoheizpads (für 3 Pers.)
- 6x Papier-Taschentücher
- 2x 0,7L Ikea-Flasche Rum (1 hätte gereicht)
- 1x FLSK 0,7L Thermosflasche in Neopren-Hülle in Toaks 0,75L Ti­tan­tasse (heißer Tee, tägl.)
- 550g Daunen-Schlafsack (2x genutzt)
- Seiden-Inlett (tägl. genutzt)
- eReader Kobo Aura ONE (positiver Luxus)

Hygiene
- 20g Seife in Oropax-Dose
- Minizahnpasta (12ml)
- Zahnbürste
- Deo
- Rasierer
- Nagelschere

Kleidung/Textilien
- Ultraleicht-Daunenjacke (mit Kapuze, kalt)
- Boxershort 2 (Merino)
- Strümpfe Paar 2
- Langarmshirt 2 (Merino)
- Fjällräven Karl Hose + Gürtel (leicht)
- leichte Mokassins (Luxus)
- Funktionshandtuch 100x50
- Drei-Finger-Handschuh (Notfall)
- lange Unterhose (für richtig kalt)
- Seiden-Inlet (tägl. genutzt)
- Ultraleicht Daunen-Weste (Notfall)

Medikamente
- Nasenspray
- 3x Aspirin Komplex

Futteritis
- getrocknete Bratwurst
- 12x Müsli-Riegel
- 2x 100g Schokolade
- 10x Pfeffi-Teebeutel
- Kaffeepulver/Instant (tägl., in Kinder-Milchpulver-Be­häl­tern)

Werkzeug / Reparatur
- Mini-Multimeter
- Sicherungen
- 3x Inbus-Schlüssel
- Leatherman Multitool
- Motion Pro Trail Tool
- 2x Motion Pro T6 Combolever 22+24+17 via Adapter (su­per­leicht)
- Flickzeug
- 1x Ventil
- 2x 520er Kettenschloß RK + Kettenstück RK
- Kettentrenner/-vernieter Motion Pro
- Kabelbinder
- Mini-Kettenspray
- Luftpumpe SKS Revo Alu
- Stift-Luftdruckprüfer
- T-Schrauber + Spike-Adapter 1.800 + Spikes Best-Grip 1.500+1.800
- 2x Spanngurt lang, 4x Spanngurt kurz
- etwas Gorillatape
- Montage-Handschuhe (leicht)

NICHT GENUTZT aber sinnvoll
- 2x SOL Bivy Rettungssack (Notfall)
- Rot-Kreuz-Päckchen

Fehlte
- Zündkerzenschlüssel
- ein Inbus für Trailtool
- Helmkamera (einmal NICHT dabei...)
Dieses Mal war's ganz schön viel Gepäck. Beim tägl. Reinschleppen der Taschen abends und morgens machte sich das negativ bemerkbar. Beim Fahren nicht. Sinnvollerweise Taschen am Fahrzeug belassen und nur schnell nen Beutel rausnehmen mit Waschtasche, Seiden-Inlett, eReader, Handtuch, Wechselwäsche.

XX - Snösköter-Tour 2019 - Fazit

Was hängen bleibt

Verdammte Axt! Alle: Kompletter Sockenschuß! Lunatics. Einer wie der andere.

Snow-Skooter Vollgas durch die Berge? Check. Tampon inner Tasse? Check. Rosa Einhorn am Lenker? Check. Pippi im Morgenkaffee? Check (na, Ihr Lumpen - werdet Ihr jetzt unruhig, hä?!?). Baumel-Regelsammler an jeder Mopete? Check. So richtig gib ihm ohne Morgen? Check. Wundervolle Winterlandschaften. Schwitzend durch's Gestöber & Schnee­wehen im schönsten Theater der Welt. Fahren mit Freude. Spaß mit uns und anderen. Checkeriki - alles erledigt.

Mädels, ick gloob, wir ham mal wieder alles richtich je­macht. Rudi schmeißt jetzt noch seine Mopete wech und dann könnemer wieder los!

Ick hab noch nich fertich. Ick muß nochmal...
TODO
Motorräder im Morgenlicht
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